28.04.2026 OTWorld

Humanoide Roboter auf der OTWorld: Wie KI und Robotik die Versorgung verändern

Humanoide Roboter, ein Roboterhund für den Rettungsdienst, KI-Assistenz und digitale Therapielösungen: Die OTWorld 2026 zeigt in der Sonderschau „Robotik + KI“, wie neue Technologien die Versorgung verändern. Mit dabei sind auch Innovationen aus Sachsen, darunter aus Leipzig und Dresden. Wer sich für das Thema interessiert, findet dazu nicht nur auf der Fachmesse, sondern auch im Weltkongress konkrete Einblicke.

Wenn Zukunftstechnologien in der Versorgung ankommen

Künstliche Intelligenz und Robotik prägen derzeit viele Debatten über die Zukunft des Gesundheitswesens. Auf der OTWorld 2026 wird dieses Thema konkret: In der Sonderschau „Robotik + KI“ erleben Fachbesucher, wie moderne Assistenzsysteme, humanoide Roboter und intelligente Technologien Arbeitsprozesse unterstützen, Therapien ergänzen und neue Anwendungsfelder in Versorgung, Training und Alltag eröffnen können.

Gezeigt werden praxisnahe Anwendungen, interaktive Formate sowie Kurzvorträge und Live-Demonstrationen. Die Sonderschau ist im Ausstellungsbereich OTWorld.bildung + forschung in Halle 1 integriert.

Medizinische Innovationen aus Leipzig schneller in die Versorgung bringen

Ein neuer Impulsgeber in der Sonderschau ist das MITCenter, ein gemeinsames Projekt des Universitätsklinikums Leipzig und der Universität Leipzig. Ziel des Zentrums ist es, medizinische Innovationen schneller aus der Forschung in die reale Versorgung zu überführen. Dafür vernetzt das MITCenter Kliniken eng mit der medizinischen Industrie und begleitet neue Gesundheitstechnologien von der klinischen Erprobung bis zur Marktreife.

Auf der OTWorld zeigt das MITCenter, wofür dieser Transfergedanke steht: für Innovationen, die nicht im Labor bleiben, sondern unter realen Bedingungen erprobt und in die Versorgung gebracht werden. Zu den geplanten Exponaten gehört unter anderem der Roboterhund SPOT, der im Rettungsdienst eingesetzt werden kann, wenn es darum geht, gefährliche Lagen zu beurteilen. Ebenfalls vorgesehen sind flexible Roboterarme, die künftig für Eingriffe an schwer zugänglichen Stellen aus dem Inneren des Körpers heraus eingesetzt werden könnten – etwa über natürliche Körperöffnungen.

Robotik aus Leipzig für Therapie und Diagnostik

Ein weiteres spannendes Beispiel ist TEDIRO. Das Unternehmen entwickelt in Leipzig und Ilmenau Gesundheits-Apps für mobile Serviceroboter, die künftig auch auf humanoiden Robotern eingesetzt werden sollen. Dazu gehört unter anderem eine Anwendung für das Gangtraining an Unterarmgehstützen. Der damit ausgestattete Roboter ist nach Angaben des Unternehmens der erste autonom navigierende Therapieroboter, der als Medizinprodukt zertifiziert wurde.

Auf der OTWorld präsentiert TEDIRO einen Roboter, der zeigt, wie KI-gestützte Bildauswertung und therapeutische Expertise zusammenwirken können. Die Plattform THERY ist auf Anwendungen für Therapie und Diagnostik ausgerichtet. Bereits verfügbar sind THERY UAG für das Gangtraining an Unterarmgehstützen und THERY GO für hilfsmittelunabhängiges Gangtraining. Beide Anwendungen dokumentieren Ergebnisse im Therapieverlauf und schaffen damit die Grundlage für digitale Therapie- und Diagnoseprozesse.

Von 3D-Prototyping bis digitale Handrehabilitation

Wie breit das Feld digitaler Innovation inzwischen ist, zeigen weitere Beiträge der Sonderschau. Das sächsische Unternehmen leap:up bringt seine Expertise rund um 3D-Prototyping und Produktentwicklung in den Gesundheitsbereich ein. Gemeinsam mit dem Dresdner Start-up HFD-Weber wird sichtbar, wie digitale Entwicklung, Diagnostik und patientennahe Anwendungen zusammenfinden können.

Das Hand- und Fingerdynamometer nach Weber steht für einen Ansatz, der Diagnostik und Training verbindet. Entwickelt wird es von Constanze und Cornelius Weber aus Dresden. Das System misst die Kraft einzelner Finger sowie der gesamten Hand und stellt die Ergebnisse digital dar. So lassen sich Fortschritte nachvollziehbar dokumentieren – in Klinik und Praxis, perspektivisch aber auch im häuslichen Umfeld.

Mit hAIppokrates von GREENBAY healthcare ist außerdem eine KI-Assistenz für klinisches Wissen vertreten. Das Leipziger Unternehmen entwickelt eine Lösung, die medizinischem Fachpersonal hilft, große Mengen digital vorliegender Anweisungen und Handlungsempfehlungen effizient zu analysieren und über eine Chat-Oberfläche bereitzustellen. Ziel ist es, Entscheidungen zu erleichtern und gleichzeitig administrative Belastungen zu reduzieren.

Auch im Weltkongress ein zentrales Thema

Wer sich auf der OTWorld nicht nur für konkrete Anwendungen auf der Fachmesse interessiert, sondern auch für Hintergründe, Chancen und Grenzen digitaler Technologien, findet passende Inhalte ebenso im Weltkongress.

Ein Symposium zu digitalen Innovationen im Gesundheitswesen findet am Mittwoch, 20. Mai, von 10:30 bis 11:45 Uhr in Saal 3, Congress Center OTWorld (CCO), Halle 3 statt. Im Mittelpunkt stehen digitale Werkzeuge, die Versorgung und Rehabilitation individueller, effizienter und oft auch motivierender machen können. Themen sind unter anderem digitale Gesundheitsanwendungen als Begleiter in der Rehabilitation, KI in Ganganalyse und Prothesenanpassung, Augmented und Virtual Reality in der Rehabilitation sowie Telekonsile für die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Ein weiteres Symposium unter dem Titel „KI und Digitalisierung in der Rehabilitation – Chancen und Risiken“ folgt am Freitag, 22. Mai, von 10:30 bis 11:45 Uhr in Saal 2, Congress Center OTWorld (CCO), Halle 3. Dort geht es um die praktische Anwendung neuer Technologien in der Rehabilitation und zugleich um die Frage, wo Grenzen liegen und wie sich neue Möglichkeiten sinnvoll in bestehende Prozesse integrieren lassen. Auf dem Programm stehen unter anderem Robotik in der Bewegungstherapie, KI-gestützte Dokumentation und Therapieentscheidung, Smart Living sowie AR/VR in Schmerzvisualisierung und Rehabilitation.

Wo das Thema auf der OTWorld erlebbar wird

Für alle, die sich gezielt für KI, Robotik und Digitalisierung interessieren, lohnt sich also der Blick auf beide Seiten der OTWorld: auf die Sonderschau „Robotik + KI“ im Ausstellungsbereich ebenso wie auf die passenden Symposien im Weltkongress.

So entsteht ein umfassendes Bild davon, wie digitale Technologien Versorgung, Training und Arbeitsalltag schon heute verändern – von Robotik im Rettungsdienst, in Therapie und Diagnostik über KI in Ganganalyse und Dokumentation bis hin zu AR/VR und telemedizinischer Zusammenarbeit.

Zu den geplanten Exponaten der Sonderschau gehört unter anderem der Roboterhund SPOT, der im Rettungsdienst eingesetzt werden kann, wenn es darum geht, gefährliche Lagen zu beurteilen. Quelle: ICCAS
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