Gemeinsam für den Patienten: Integrative Versorgung im Weltkongress
Wie gelingt eine nahtlose Versorgung von der Akutbehandlung über die Rehabilitation bis zur Hilfsmittelversorgung und Nachsorge? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Weltkongress der OTWorld 2026 in mehreren Veranstaltungen. Kongresspräsidentin Dr. Doris Maier hat das Thema bewusst auf die Agenda gesetzt.
„Ich stelle mir die Versorgung wie ein kleines Universum vor: Klinik, Reha-Einrichtungen, Orthopädietechnik, Therapeuten und Kostenträger – jeder Bereich ist wie ein eigener Planet, der um den Patienten kreist“, erklärt die Ärztliche Direktorin der BG Unfallklinik Murnau. Integrative Versorgung bedeute, dass diese Planeten sich als ein System begreifen und möglichst zentral zusammenarbeiten, damit der Patient nicht an Schnittstellen oder Wartezeiten hängenbleibe. „Im Mittelpunkt steht immer der Patient und sein Behandlungsergebnis. Nur wenn alles abgestimmt ist, profitieren Patienten, Fachkräfte und das gesamte Gesundheitssystem.“
Podiumsdiskussion
Der Weltkongress greift das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Eine Podiumsdiskussion „Integrative Versorgung – Versorgung vernetzt denken“ am 20. Mai bringt Vertreter aus Klinik, Rehabilitation, Physiotherapie, Orthopädie-Technik und Kostenträgern zusammen. Sie diskutieren, wie sektorübergreifende Zusammenarbeit in der Praxis gelingen kann – und welche Hindernisse noch bestehen. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Ansätze für eine besser abgestimmte Patientenversorgung zu entwickeln.
Workshop
Ein Workshop zur rechtlichen Gestaltung interdisziplinärer Versorgung mit dem Titel „Interdisziplinarität – wird Kooperation bestraft?“ zeigt am 21. Mai, wie komplexe Versorgungspfade realisiert und die dafür erforderlichen Kooperationen juristisch sicher organisiert werden können. Die Vorträge beleuchten juristische Fallstricke der Zusammenarbeit und stellen den Versorgungspfad des Patienten in den Mittelpunkt. Sie zeigen, wie Zuständigkeiten klar geregelt und Kooperationen rechtssicher gestaltet werden können, damit Zusammenarbeit in der Praxis verlässlich funktioniert.
Symposium
Im Symposium „Desasterkonferenz – aus Fehlern lernen“ analysieren ebenfalls am 21. Mai Experten aus Orthetik, Prothetik und Rollstuhlversorgung reale Versorgungsfälle und diskutieren gemeinsam Lösungen. Die offene Analyse soll dazu beitragen, Versorgungsprozesse zu verbessern und aus Misserfolgen zu lernen.
Damit macht der Weltkongress deutlich: Gute Versorgung entsteht dort, wo Fachdisziplinen ihr Wissen verbinden und gemeinsam Verantwortung für den gesamten Versorgungspfad übernehmen. Werden Schnittstellen zu echten Verbindungen, profitieren alle, vor allem die Patienten.