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12. - 15. Mai 2020
Übersicht 18.04.18

Technische Orthopädie im digitalen Zeitalter

Digitalisierung als Highlight-Thema auf der OTWorld 2018

In Zeiten von Scan-Verfahren oder 3D-Druck entwickeln sich traditionelle Handwerke wie die Orthopädie- oder Orthopädieschuhtechnik, aber auch der Sanitätsfachhandel stets weiter. Die Digitalisierung kann einen Mehrwert für die Hilfsmittelversorgung schaffen. In diesem Jahr blickt die OTWorld auf den Status quo digitaler Technologien, die bereits in den Betrieben angekommen sind und auf jene, die zukünftig dort Fuß fassen könnten. Dabei gilt es auch über die Werkstatt hinaus im Fachhandel die Chancen des digitalen Fortschritts zu nutzen. Im Fokus stehen daher neben innovativen Produkten und Fertigungsverfahren spannende Impulse für die erfolgreiche Kundenansprache durch moderne Ladengestaltung oder e-Commerce.

Es ist mittlerweile keine Zukunftsmusik mehr, dass digitale Prozesse die Hilfsmittelversorgung bestimmen. Manch ein Betrieb hat deren Chancen längst erkannt und arbeitet schon mit digitalen Patientenakten, CAD-Programmen zur Modellherstellung oder 3D-Druckern anstelle von Fräsmaschinen. Selbst in der Fertigungskette werden die Hilfsmittel zum Teil bereits mit Barcodes versehen, um sie schnell dem Patienten sowie dem jeweiligen Herstellungsstatus zuordnen zu können. Durch die vielen technischen Entwicklungen ist es möglich, die Patientenversorgung effektiver und effizienter zu gestalten. Dennoch ist der Einsatz digitaler Technologien stark vom Stand der Technik, deren Kosten und Rentabilität, vor allem aber von der Qualität für den Endverbraucher abhängig. Die Qualität der Patientenversorgung bleibt schließlich das Maß der Dinge.

OTWorld blickt auf den Fortschritt der Technischen Orthopädie

Einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand der Versorgung mit Hilfsmitteln sowie deren Fertigung gibt die OTWorld auch in diesem Jahr. Bereits zu den vergangenen Veranstaltungen hielten der 3D-Druck oder moderne Maßnahme-Verfahren Einzug in die Branche und wurden in Leipzig vorgestellt. Nun geht es darum, zu erörtern, welche digitalen Prozesse sich in den Betrieben bereits bewährt haben, welche Vorteile sie bringen und welche Herausforderungen sich für die Zukunft ergeben. Sowohl die internationale Fachmesse als auch der Weltkongress widmen sich der gesamten Bandbreite der Digitalisierung; zeigen Bewährtes sowie Neuheiten und bilden die Diskussion um den Einsatz der neuen Verfahren ab.

Digitalisierung von der Theorie bis zur Praxis

Das Thema Digitalisierung prägt den gesamten Weltkongress, bei dem auch weltweit führende Institutionen wie das British Columbia Institute of Technology, das Fraunhofer IPA, die Delft University of Technology, die FH Münster, die Paracelsus Medizinische Privatuniversität, die Thomas More University of Applied Sciences, die Universitätskliniken Balgrist und Heidelberg sowie die Universitäten von Pittsburgh und Southampton beteiligt sind.

Wie gestaltet sich der Weg zur gedruckten Prothese, welche Möglichkeiten und Grenzen bestehen derzeit in der Unterschenkelprothetik? Welchen Einfluss hat die Anwendung von CAD/CAM auf die Qualitätsfaktoren in der Sitzschalenanfertigung? Wie effektiv ist die Scantechnik als Assistenzverfahren zur Herstellung neuromuskulärer Korsette? Diesen und weiteren Fragen geht ein Symposium zur „Standortbestimmung der Digitalisierung aus der Praxis für die Praxis“ nach. In den Fokus rücken hier außerdem Erfahrungen und Ausblicke zur Digitalisierung in der schuhtechnischen Fertigung sowie die Integration einer digitalen Prozesskette in die Abläufe der modernen OT-Werkstatt.

In weiteren Vorträgen stehen zudem Möglichkeiten und Grenzen von Brain-Computer-Interface gesteuerten Greifneuroprothesen oder der Einfluss der Robotik auf die Rehabilitation zur Diskussion. Zu letzterem referiert Prof. Dr. Ing. Robert Riener von der ETH Zürich. Er zeigt auf, welche Chancen sich durch die neueste Rehabilitationstechnik ergeben, geht aber auch auf aktuelle Defizite und zukünftige Risiken dieser Technologien für Mensch und Gesellschaft ein.

3D-Druck: Von der Zukunftsvision zur Gegenwart

Die additive Fertigung hat sowohl im Weltkongress als auch auf der internationalen Fachmesse einen hohen Stellenwert. Experten der Branche blicken unter anderem auf aktuelle Fortschritte bei der digitalen Formgebung für Prothesen und Orthesen. Standards und Prüfungen zur Klärung von Haftungsfragen und Qualitätsmängeln von 3D-gedruckten Prothesen stehen genauso auf der Agenda wie die Korsettversorgung aus dem 3D-Drucker im klinischen Alltag. Ein weiteres Symposium geht auf spezielle, additiv gefertigte Hilfsmittel ein. Hierzu gehören zum Beispiel Prothesenfüße, die nach ISO-Vorgaben bis Kategorie K4 geprüft und zertifiziert sind; individuelle Liner sowie maßgefertigte Unterschenkelorthesen mit verbesserten Materialeigenschaften. Thematisiert wird darüber hinaus der Nachweis der Strukturfestigkeit bei individualisierten 3D-gedruckten orthopädischen Hilfsmitteln.

Forum digitale Fertigung: In der Fachmesse wird erstmals ein frei zugängliches Bühnenprogramm zum Schwerpunkt der digitalen Fertigung angeboten (Halle 1, Stand F38). Unterschiedliche Firmen stellen eine Software vor, die digitale Fertigungsprozesse effizient und transparent gestaltet, diskutieren die Stärken sowie Schwächen des 3D-Drucks und zeigen auf, wo die Technologie steht beziehungsweise wie sie die Industrie in den nächsten Jahren verändern kann. In den Blickpunkt rücken außerdem die digitale Fertigung von Leisten sowie eine 3D-Plattform für den optimalen Fußscan.

Vertiefende Einblicke in die digitale Fertigung erhalten im Speziellen Orthopädieschuhmacher bei einem geführten Messerundgang. Verschiedene Aussteller stellen hier ihre Produkte und Dienstleistungen in diesem Bereich vor und geben einen Ausblick auf die Versorgungsmöglichkeiten von morgen. Die Teilnehmerzahl der Tour ist begrenzt und eine Anmeldung über den Ticketshop der OTWorld notwendig.

Hilfsmittel der Zukunft: Digital versorgen

Zahlreiche Aussteller nutzen die Chance, auf der wichtigsten Branchenplattform ihre Neuheiten exklusiv in den Markt einzuführen. Einlagen und Orthesen aus dem 3D-Drucker, versteckte Sensoren im Fußboden, um das Gangbild zu messen oder Scan-Apps zur mobilen Erfassung von Patientendaten ohne Gipsabdruck – diese und viele weitere Produkte auf Basis digitaler Technologien werden zur internationalen Fachmesse in Leipzig präsentiert. Darüber hinaus bieten Firmen Workshops an, die sich beispielsweise damit beschäftigen wie CAD/CAM-Programme in der OT-Industrie angenommen werden oder innovative Druckmesstechnik für die Bewegungsanalyse vorstellen. Im Fokus stehen außerdem zukunftsweise Abrechnungsprozesse von der Ladenkasse bis zur Buchhaltung.

Digitalisierung im Gesundheits-Fachhandel

Die Digitalisierung greift nicht nur in der Werkstatt, sondern auch im Verkaufsraum um sich. Da Anbieter wie Apotheken, Filialisten oder Internethändler den Wettbewerbsdruck beim Vertrieb von Hilfsmitteln erhöhen, muss der stationäre Sanitätsfachhandel etwas unternehmen, um Kunden auf die Verkaufsfläche zu ziehen und sie zu binden. Die OTWorld gibt einen Ausblick auf den Fachhandel von morgen, liefert praktische Tipps, die bereits heute umsetzbar sind sowie spannende Impulse aus anderen Branchen. In der Sonderschau „Ladenbaupavillon“ wird die Warenpräsentation beispielsweise mit digitalen Elementen verbunden. Dass Kundenbindung auch abseits des Ladengeschäfts funktionieren kann und im digitalen Zeitalter der Onlinehandel an Wichtigkeit gewinnt, erörtert die Marketing-Expertin Gada von Bohr im „Zukunftsforum Fachhandel“.

Über die OTWorld
Die Internationale Fachmesse und der Weltkongress OTWorld wenden sich mit einem einzigartigen Angebot an Orthopädie-Techniker, Orthopädieschuhmacher, Reha-Techniker, Therapeuten und Ärzte, Ingenieure, den medizinischen Fachhandel und Mitarbeiter der Kostenträger. 2016 zog die OTWorld 21.300 Besucher aus 86 Ländern sowie 542 Aussteller aus 43 Nationen an. Ideeller Träger der OTWorld ist der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik. Inhaber der Marke OTWorld und Veranstalter des Kongresses ist die Confairmed GmbH. Die Fachmesse verantwortet die Leipziger Messe GmbH.

Ansprechpartner für die Presse

Pressesprecherin
Frau Karoline Nöllgen
Tel.: +49 341 678-65 24
E-Mail: k.noellgen@leipziger-messe.de

Pressesprecherin BIV, Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Frau Kirsten Abel
Tel.: +49 231 557050-27
E-Mail: abel@biv-ot.org

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