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12. - 15. Mai 2020

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News Übersicht 20.04.18
Qualitätsstandards für die Versorgung weltweit

Qualitätsstandards für die Versorgung weltweit

Die OTWorld bietet 2018 einen Überblick aktueller Standards und Diskussionen für die Versorgung mit Hilfsmitteln auf der ganzen Welt.

Die Art und Weise der Versorgung mit Hilfsmitteln ist weltweit sehr unterschiedlich und von den jeweiligen Möglichkeiten der einzelnen Länder abhängig. Das äußert sich vor allem in der Qualität der Versorgung. Um eine flächendeckende Versorgung zu ermöglichen und die weltweiten Gesundheitssysteme zu stärken, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO im vergangenen Jahr „Standards für Prothetik- und Orthetikdienstleistungen“ veröffentlicht. Diese werden am ersten Tag der OTWorld in einem Symposium im Weltkongress vorgestellt.

Mit den Standards formuliert die WHO Empfehlungen für die Integration der Versorgung mit Prothetik und Orthetik auf jeder Ebene der Gesundheitsfürsorge. Die Zielsetzung ist, die Hilfsmittelversorgung wirksam und effizient zu gestalten. Inhaltlich geben die Standards unter anderem Auskunft über Richtlinien zur Finanzierung sowie einen Überblick zur Komplexität der Pro- und Orthetik-Produkte. Sie zeigen aber auch die unterschiedlichen Berufsbilder, die an der Patientenversorgung beteiligt sind, und deren notwendige Kenntnisse sowie Aspekte der Zusammenarbeit auf. Darüber hinaus widmet sich ein weiteres Kapitel der möglichen Bereitstellung von Hilfsmitteln.

Als Hilfestellung für die Umsetzung der Standards hat die WHO ein Handbuch zur Implementierung veröffentlicht, welches darauf abzielt, die Länder dabei zu unterstützen, Dienstleistungen in der Orthopädie- und Reha-Technik aufzubauen, die sowohl qualitativ hochwertig, als auch erschwinglich sind.

Amputations-Richtlinien der ISPO

Im gleichen Symposium wird die International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO) Richtlinien zur Amputation der unteren Extremität vorstellen. Entstanden durch die ISPO International Consensus Group, bestehend aus Medizinern, Orthopädie-Technikern und Therapeuten, sind hier Hinweise für die Versorgung nach Amputationen aufgrund von Gefäßerkrankungen implementiert. Es wird darauf eingegangen, was bei der Verordnung einer prothetischen Versorgung vom Material bis zum Rehabilitationstraining beachtet werden muss. Welche technischen Komponenten sind unabdingbar, wann ist ein hydraulisches Kniegelenk sinnvoll, wann erzielt man eine bessere Gangeffizienz? Auf diese und weitere Fragen geben die Richtlinien Antworten.

Qualität nach deutschem Vorbild

Zur OTWorld werden die durch eine Expertenkommission erarbeiteten „Qualitätsstandards in der prothetischen Versorgung der unteren Extremität“ der Deutschen Gesellschaft für interprofessionelle Hilfsmittelversorgung (DGIHV) e.V. veröffentlicht. Im internationalen Kontext werden Auszüge daraus vorgestellt. Genauere Erläuterungen folgen in einem weiteren Symposium am OTWorld-Donnerstag. Neben einem einführenden Vortrag zur Systematik und dem Aufbau der Standards stellen die Referenten die prothetische Versorgung der Extremitätenabschnitte Fuß, Unterschenkel, Oberschenkel und Exartikulationen anhand ausgesuchter Beispiele vor. Zu den einzelnen Versorgungsniveaus werden alltagsnahe Szenarien miteinbezogen und unter Anwendung der Standards beleuchtet.

Die Qualitätsstandards wurden über mehrere Jahre hinweg von Experten aus Medizin sowie Orthopädietechnik erarbeitet, um eine qualitätsorientierte und nachhaltige Prothesenversorgung zu gewährleisten. Neben notwendigen Schritten und Rahmenbedingungen schildern die Standards Empfehlungen zur jeweiligen Amputationssituation.

Weitere Informationen

Das Symposium zu den „International standards for prosthetics and orthotics“, unter dem Vorsitz von Prof. Friedbert Kohler, Präsident der ISPO, findet am 15. Mai von 11.00 bis 12.15 Uhr im Offenen Forum statt.

Die detaillierte Vorstellung der Qualitätsstandards in der prothetischen Versorgung der unteren Extremität erfolgt unter dem Vorsitz von Michael Schäfer von der Pohlig GmbH sowie PD Dr. Lutz Brückner am 17. Mai von 10.30 bis 11.45 Uhr in Saal 1.

Foto: pixabay_stokpic