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12. - 15. Mai 2020

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News Übersicht 05.05.16

Podiumsdiskussion um Versorgungsqualität der Zukunft

Politisch wurde es am zweiten Tag der OTWorld 2016: Bei einer Podiumsdiskussion wurden Standpunkte von Gesundheitshandwerk, Kostenträger und Politik zur Versorgungsqualität der Zukunft deutlich.

Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik, moderierte die gut besuchte Veranstaltung unter der Überschrift „Hilfsmittelversorgung im Spannungsfeld zwischen Kostendruck, Innovation und Patientenbedürfnissen“. Zur Klärung der Positionen bat Lotz die Diskussionsteilnehmer, ihre Antworten auf diese große Herausforderung für die Gesundheitshandwerker, aber auch für Hersteller sowie für öffentliche und letztlich auch private Kassen zu geben. Dabei zeigte sich, dass es durchaus eine Schnittmenge bei allen Beteiligten und Entscheidungsträgern gibt: Eine hohe, mindestens aber ausreichende Versorgungsqualität ist bei Ausschreibungen in der derzeitigen Form nicht gewährleistet.

Dies betonte etwa Dietrich Monstadt (CDU), Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages. Im selben Zuge, wie die Festschreibung von Qualitätsstandards und notwendigem Dienstleistungsanteil als Ausschreibungskriterium kommen müsse und auch werde, müsse die Orientierung an den alten Standards im Hilfsmittelverzeichnis ein Ende haben. Unterstützung fand er darin bei Andreas Brandhorst, im Bundesministerium für Gesundheit u. a. zuständig für den Hilfsmittelsektor, der außerdem Regeln für eine kontinuierliche Fortschreibung des aktualisierten Verzeichnisses für unumgänglich erachtet.

Anja Schmitz, SpectrumK, näherte sich dem Diskussionsthema mit dem Bild von einem „doppelten Dreiklang“: Zwischen Kunde, Leistungserbringer und Krankenkasse müsse er ebenso stimmen wie bei den Aspekten der wirtschaftlichen, zweckmäßigen und ausreichenden Versorgung. Eine gute Versorgung und die Sicherstellung derselben seien daher anzustreben. Werner Dierolf, Präsident des Orthopädieschumacherhandwerks, wies darauf hin, dass bei aller Innovationsfreude nicht aus dem Blick geraten dürfe, dass Kundenzufriedenheit am Ende nur mit dem Hintergrundwissen des Handwerkers erzielbar sei.

Ben Bake von der Sanitätshaus Aktuell AG wies neben den nicht erwiesenen Vorteilen für die Ausschreibungsgewinner auf einen weiteren drängenden Punkt hin: Da die administrativen Kosten für Unternehmen zunähmen, bleibe Kostendruck erhalten. Hier müsse es „schlankere Bedingungen geben“. Dr. Axel Friehoff, Egroh, betonte aus der Perspektive der kleinen und mittleren Betriebe, dass für sie eine Beteiligung an Ausschreibungen nicht rentierlich sei. Er forderte zudem ein, dass das „fachliche Wort“ der Gesundheitshandwerke bei Entscheidungen der Politik stärker berücksichtigt werden müsse. In diesem Punkt wurde er von Klaus -Jürgen Lotz unterstützt, der das bestehende Anhörungsrecht der Verbände als nicht ausreichend beklagte.