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Historische Ausstellung

Historische Ausstellung

Orthopädie-Technik in Deutschland nach 1945 – Ein Rückblick auf 60 Jahre Handwerks- und Verbandsgeschichte

Nach der deutschen Kapitulation löste der, von den Siegermächten errichtete, Alliierte Kontrollrat alle staatlichen Organisationen und Verbände auf – so auch den seit 1923 bestehenden Reichsfachverband der Orthopädiemechaniker und Bandagisten. Ein in Besatzungszonen geteiltes und zerstörtes Deutschland brauchte einen Neuanfang auf sämtlichen Ebenen staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen. Am 28. April, noch während der Kampfhandlungen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee, wurde der russische Generaloberst Bersarin zum Stadtkommandanten von Berlin ernannt. Er ordnete an, dass öffentliche Versorgungseinrichtungen, wie auch Krankenhäuser und Heilstätten, sofort die Arbeit wieder aufzunehmen hätten.

Neubeginn für die Orthopädie-Technik

Durch den Kölner Hugo Storz begann im Sommer 1945 die Neugründung einer Arbeitsgemeinschaft des Orthopädie-Chirurgie und Bandagisten-Handwerks. Den Mangel an Fertigungsmaterialien versuchten die noch bestehenden sowie die neu gegründeten orthopädischen Werkstätten auf unterschiedliche Weise zu beheben. So wurde beispielsweise Aluminiumblech aus den Resten militärischer Fertigung bezogen oder der Stoff für die Leibbinde von Patienten selbst geliefert.

Zeit der Erfindungen

Ideen waren gefragt, um unter diesen Voraussetzungen entsprechende Versorgungen zu realisieren. So zeugen nur wenige eigengefertigte Kniepassteile von dieser Zeit der Erfindungen. Die Familie Habermann aus München fertigte zum Beispiel ein Kniepassteil mit Führungsteilen aus einer 15mm breiten Spanholzplatte in Serie. Familie Krauth in Hamburg-Wandsbek verwendete Buchen- und Eichenholzansätze für eine physiologische Gelenkkonstruktion. Besondere Einzelobjekte prothetischer Versorgung zeigen in der „Historischen Ausstellung“ die technischen Entwicklungen der vergangenen 60 Jahre. Vom Schalen- zum Systemprothesenbau oder von den Schienen mit Schmiedeansatz bis zur Leichtbauweise – das Portfolio ist vielfältig.

Historisches Handwerk erleben

Ein Blick auf die Entwicklungsphasen dieser Zeit zeigt, welche Impulse aus dem Handwerk kamen und wie meisterliche Leistungen entstanden, deren Urheber heute meist unbekannt sind.

Organisiert wird die Historische Ausstellung durch Klaus Dittmer, der unter anderem auch im Deutschen Museum München sowie dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden ausstellt. Zur OTWorld 2014 erhielt er für sein Engagement die Heine-Hessing-Medaille des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik. Die Hilfsmittel und Dokumente vergangener Zeiten werden an allen vier Tagen der Veranstaltung in Messehalle 3 zu sehen sein.