Save the date: #otworld20
12. - 15. Mai 2020

News

News Übersicht 09.01.18
Chancen für Menschen mit Querschnittslähmung

Chancen für Menschen mit Querschnittslähmung

Noch immer können Verletzungen des Rückenmarks nicht geheilt werden. Moderne Technik unterstützt jedoch dabei, einzelne Funktionen wiederherzustellen oder Ersatzfunktionen zu etablieren.

Wenn ein Mensch von einer Querschnittsläsion oder einem chronischem Rückenmarksschaden betroffen ist, liegt die oberste Prämisse der Versorgung in der Wiederherstellung oder Erhaltung der Lebensqualität bzw. Mobilität. Zwei Symposien der OTWorld beschäftigen sich mit Erwartungen an die Versorgung der Zukunft sowie technischen Entwicklungen in diesem Bereich.

Therapiekonzepte für die Zukunft

Das Behandeln von Querschnittsgelähmten ist eine sehr personalintensive Angelegenheit, bei der sich verschiedenste Therapeuten um den Patienten bemühen, weiß Dr. Rainer Abel. Ausgefallene Funktionen werden in vielen Fällen durch Hilfspersonen ersetzt, was sich aber durch neue Technologien zunehmend verändert. In der funktionellen Therapie kommen schließlich mehr und mehr robotergestützte Verfahren zur Anwendung. Durch sie lassen sich neue Bewegungsmuster mittels intensiver, individuell adaptierter Wiederholungsbehandlungen einüben. Im speziellen sensorgesteuerte Überwachungssysteme, die die ausgefallenen körpereigenen Funktionen der Sensorik verbessern und ersetzen können, stehen derzeit noch am Anfang. Dennoch steht für Abel fest: Noch nie war die Unterstützung der Therapie durch technische Verfahren besser als heute – nun sei es an der Zeit, die Therapiekonzepte den technologischen Möglichkeiten anzupassen.

Im Symposium „Mobilität und Lebensqualität trotz akuter Querschnittläsion und chronischem Rückenmarksschaden? Was ist zukünftig in der Versorgung zu erwarten?“ unter dem Vorsitz von Dr. med. Susanne R. Schwarzkopf und Dr. Wilfried Schupp werden neben dem Vortrag von Dr. Rainer Abel

  • moderne Therapieoptionen bei spinaler Spastik,
  • Versorgungsmöglichkeiten bei Querschnittläsion im Alter sowie
  • ein Update der technischen Möglichkeiten für Blasen- und Darmentleerung aufgezeigt.

Chancen durch Technik

Wie viel moderne Technik zur Versorgung beitragen kann, beweist auch das Symposium „Technische Entwicklung und Chancen für Menschen mit Querschnittslähmung“, unter dem Vorsitz von Dr. med. Marion Saur und Alf Reuter. Hier geht es um

  • die Dekubitus-Sitzdruckmessung-Sitzpositionierung,
  • Möglichkeiten und Grenzen von Brain-Computer-Interface gesteuerten sensiblen und motorischen Greifneuroprothesen,
  • ein neues Steuerungssystem mit der Ohrmuskulatur für elektrische Rollstühle,
  • dem Cybathlon als internationaler Wettkampf für roboterassistierte Parathleten und
  • die isometrische Kraftanalyse der oberen Gliedmaßen bei Patienten mit Verletzungen der Wirbelsäule im handbetriebenen Rollstuhl.

Kooperierende Fachgesellschaften

Die Symposien werden von der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie e.V. (DMGP) sowie der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation e.V. (DGPMR) konzipiert.