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10. - 13. Mai 2022

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News Übersicht 22.09.21
Hochkarätig: die Keynote-Referenten der OTWorld 2022

Hochkarätig: die Keynote-Referenten der OTWorld 2022

Der Weltkongress der OTWorld bringt alle zwei Jahre die führenden Branchenexperten in Leipzig zusammen. Highlight im hochkarätigen Kongressprogramm sind die Keynotes, die die neusten Trends und Herausforderungen der Branche behandeln.

Für die OTWorld 2022 hat das Programmkomitee unter der Leitung der Kongresspräsidenten Prof. Dr. Martin Engelhardt und Dipl.-Ing. (FH) Merkur Alimusaj ein vielfältiges Fortbildungsprogramm zu den Kern- und Schwerpunktthemen des Weltkongresses konzipiert. Die Keynote-Vorträge geben spannende Einblicke in die Themen Bionik und Digitalisierung sowie in die neurologischen, psychologischen und technischen Aspekte von moderner Hilfsmittelversorgung.

TMR und Osseointegration

Eines der Top-Themen des Weltkongresses ist die Verbindung von Target Muscle Reinnervation (TMR) – ein Nerventransfer, der armamputierten Menschen eine intuitive Steuerung ihrer Prothese ermöglicht – und der Osseointegration. Prof. Dr. Oskar C. Aszmann und Dr. Agnes Sturma stellen gemeinsam den aktuellen Forschungsstand in diesem Bereich vor und zeigen auf, wie diese Technologie in der Praxis bei Patienten ankommt. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf hohen Amputationen der oberen Extremität.

Eine gemeinsame Keynote von zwei Referenten gibt es zum ersten Mal auf der OTWorld. Dabei bietet die interprofessionelle Perspektive aufschlussreiche Einblicke in die Arbeit im interdisziplinären Team. Prof. Dr. Aszmann beleuchtet das Potenzial der revolutionären bionischen Technik und im Kontrast dazu die klinische Realität und erklärt, wie die Osseointegration diese Kluft schließen kann. Dr. Agnes Sturma als Physiotherapeutin erläutert, welche Herausforderungen berücksichtigt werden müssen, wenn Patienten nach einer Amputation der oberen Extremitäten mithilfe dieser Anwendungen rehabilitiert werden.

Prof. Dr. Oskar C. Aszmann forscht seit 15 Jahren intensiv im Bereich der Target Muscle Reinnervation und konzentriert sich auf alle Aspekte der rekonstruktiven Chirurgie. Für seine Arbeit wurde Aszmann mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

Dr. Agnes Sturma ist Absolventin des Bachelorstudiums Physiotherapie und des Masterstudiums Health Assisting Engineering. Sie widmete sich in ihrer Doktorarbeit der Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen und forscht insbesondere auf dem Gebiet der Plexusläsion und bionischer Rekonstruktion.

Digitalisierung: Chancen und Risiken für Menschen mit Beeinträchtigungen

Die Keynote von Prof. Dr. Bertolt Meyer zeigt durch die Digitalisierung geschaffene neue Wege der Teilhabe für Menschen mit Handicap auf. Neben aktuellen und möglichen zukünftigen Entwicklungen skizziert er neue individuelle Gestaltungsmöglichkeiten von modernen bionischen Hilfsmitteln und zeigt den psychologischen Nutzen dieser auf. So gibt Meyer Einblicke in Studien, die belegen, dass moderne bionische Hilfsmittel Stigmata ausgleichen können, mit denen Menschen mit Behinderungen im Alltag konfrontiert werden. Gleichermaßen thematisiert die Keynote Risiken des technischen Fortschritts in der Bionik und greift ethische Fragestellungen auf.

Prof. Dr. Meyer ist Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der TU Chemnitz. Er forscht unter anderem zu Stereotypen im Arbeitskontext, psychischer Gesundheit und Digitalisierung der Wirtschaft. Am Chemnitzer DFG-Sonderforschungsbereich „Hybrid Societies“ ist er mit einem Projekt zu Stereotypen gegenüber Trägern bionischer Prothesen beteiligt. Er selbst trägt eine bionische Prothesenhand, die er eigenständig adaptierte, um sich für seine Tätigkeit als DJ und Produzent elektronischer Musik direkt an den Synthesizer anzuschließen.

Intelligentes Steuern und Lernen in der Prothetik

In der dritten Keynote spricht Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin von der Munich School of Robotics and Machine Intelligence an der Technischen Universität München über intelligentes Steuern und Lernen in der Prothetik und beleuchtet das Thema von einer technischen Perspektive.

Haddadins Forschungsinteressen umfassen die Robotik, Embodied AI, Kollektive Intelligenz und Mensch-Roboter Interaktion. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und der EU High-Level Expert Group on Artificial Intelligence. Außerdem ist er Vorsitzender des Bayerischen KI-Rats.