10. - 13. Mai 2022 OTWorld
16.06.2022 OTWorld

Branchenpolitische Foren in der Mediathek der OTWorld

Verantwortung – unter diesem Stichwort luden der BIV-OT und das Leistungserbringer-Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) zu acht Branchenpoltischen Foren vom 10. bis 13. Mai auf der OTWorld ein. Sechs der Talkrunden mit Experten wie Andreas Brandhorst, Prof. Dr. Thomas Druyen, Carla Meyerhoff-Grienberger, Volker Mielke, Dr. Alexander Risse, Carolin Sprotte oder Claude Tardiff sind bis zum 31. Juli in der Mediathek der OTWorld zu sehen.

In den einstündigen Gesprächsrunden über die qualitätsgesicherte Versorgung mit Hilfsmitteln in Deutschland und weltweit wurden folgende Fragestellungen beleuchtet:

Qualitätsgesicherte und fachgerechte Hilfsmittelversorgung in Deutschland: Wer steht in der Verantwortung?

Warum tut sich Deutschland mit dem eRezept und der elektronischen Patientenakte so schwer?

Verantwortung übernehmen: Wie steht es um die digitale Versorgung und unser Mindset eHealth?

Zwischen Homeoffice, Selbstoptimierung und demografischem Wandel: Gesundheit selbst verantworten?

Verantwortung zeigen: Kennt internationale Hilfsmittelversorgung (keine) Grenzen?

Wem traut man im Gesundheitswesen Verantwortung zu? Über die Bedeutung der Gesundheitsfachberufe?

In der Auftaktveranstaltung „Qualitätsgesicherte und fachgerechte Hilfsmittelversorgung in Deutschland: Wer steht in der Verantwortung?“ debattierten die Talkgäste über den Status quo der Hilfsmittelversorgung. Die Ausgaben der Krankenkassen sind auf Rekordniveau, steigende Rohstoff- und Energiepreise erhöhen die Kosten und die Hilfsmittelbranche ächzt unter den steigenden Anforderungen in der Bürokratie. Der aus Berlin zugeschaltete Rainer Sbrzesny, Referent im Arbeitsstab der Patientenbeauftragten der Bundesregierung, sagte, „Wir geben derzeit mehr Geld aus, als wir einnehmen.“ Es würden Reserven angezapft, welche bald verbraucht seien. Daher forderte er eine Versorgung von der Mengen- hin zur Patientenzentrierung. „Wir brauchen eine value baced medicine,“ forderte Prof. Dr. Joachim Kugler, Professor für Gesundheitswissenschaften/Public Health an der Technischen Universität Dresden und ergänzte „Wir fragen viel zu selten, ist denn auch etwas angekommen beim Patienten?“. Das in Einzelabrechnungen aufgesplittete Versorgungssystem fokussiert aus seiner Sicht eher auf Preise als auf den Nutzen, den der Patient durch die jeweilige Versorgung erhält.

Die Diskussionsrunde „Verantwortung übernehmen: Wie steht es um die digitale Versorgung und unser Mindset eHealth?" beleuchtete den aktuellen Stand der digitalen Versorgung: Von 3D-Technologie in der orthopädietechnischen Versorgung über die elektronische Patientenakte bis zum deutschen Gesundheitswesen, das seine technischen Möglichkeiten noch nicht voll ausschöpft.

Prof. Wolfram Mittelmeier, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für interprofessionelle Hilfsmittelversorgung (DGIHV) e. V. und Klinikdirektor der orthopädischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Rostock sagte in der Runde: „Die Implementierung digitaler Möglichkeiten ist noch lange nicht geschehen. Besonders in der breiten Fläche, in den Haushalten, da haben wir noch viel zu tun.“

Kongresspräsident Dipl.-Ing. Merkur Alimusaj, Leiter der Technischen Orthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg hob besonders digitale Insellösungen, wie bestimmte Prozesse und Produkte, die Patienten gut geholfen haben hervor. Er betonte aber auch: „Bei der Ausbildung müssen wir anfangen, hier müssen wir digitaler werden und die Kompetenzen in die Bereiche einbringen, um sie in die Branche und an den Patienten heranwachsen zu lassen.“

Alle aufgezeichneten Branchenpolitischen Foren finden Sie in der Mediathek der OTWorld.

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